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Podcast: Die große Vorschau auf UFC Berlin

Zur Rückkehr der UFC nach Deutschland haben wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, eine ausführliche Vorschau auf die Veranstaltung aufzunehmen. Natürlich insbesondere mit Fokus auf den Hauptkampf, den Titelkampf im Strawweight zwischen Champion Joanna Jedrzejczyk und Jessica Penne. Zudem gehen wir ausführlich auf die Kämpfe mit deutscher Beteiligung ein. Auch die Vorkämpfe werden besprochen, wenn auch nicht ganz so detailliert.

Euch erwartet eine knappe Stunde voller geballter Informationen über alle Kämpfe, Spekulationen über Lederjacken, und noch vieles mehr!

Der Gegner von Alan Omer stand zum Zeitpunkt der Aufnahme noch nicht fest.

 

Ihr könnt das Preview entweder auf dieser Seite anhören und herunterladen, oder wie gewöhnlich als Teil unser aktuellen Ausgabe: SCHLAGKRAFT #164 – Eckenbeendung.
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Download des UFC Berlin Previews



UFC Berlin: Gewinnspiel und Treffen

Nächsten Donnerstag wird die UFC eine Pre-Fight Party in Berlin veranstalten. Die Eintrittskarten sind kostenlos, aber limitiert und mittlerweile ausverkauft. Für uns besteht aber die Möglichkeit, 5×2 Personen auf die Gästeliste zu setzen.

Daher veranstalten wir jetzt ein kleines Gewinnspiel. Für die Teilnahme müsst ihr nur die Antwort auf die folgende Frage per E-Mail an schlagkraft (at) hotmail.com schicken. Die Teilnahme ist bis Dienstag 16 Uhr möglich. Bei mehr als fünf korrekten Antworten entscheidet das Los. Die SiegerInnen werden von uns umgehend per E-Mail benachrichtigt. Ausgeschlossen von der Teilnahme ist natürlich das SCHLAGKRAFT Team selber.
In welcher deutschen Stadt hat die UFC bisher noch nicht veranstaltet?
a) Berlin
b) Oberhausen
c) Gelsenkirchen
d) Köln
Die Details zur Party:
Wann? Donnerstag, 18. Juni, 20-23 Uhr
Wo? PLATOON KUNSTHALLE, Schönhauser Allee 9, 10119 Berlin
Wer? Anwesend werden Gastkämpfer (bspw. Forrest Griffin & Alexander Gustafsson) und UFC Octagon-Girls sein.
Inklusive ist ein Freigetränk und die Chance, ein UFC Graffiti zu gewinnen. Alle Angaben ohne Gewähr.

 

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Darüber hinaus denken wir darüber nach, ein kleines SCHLAGKRAFT-Treffen zu organisieren. Dies würde auf jeden Fall am Freitag, 19.6 in den Abendstunden stattfinden. Hier würden wir um eine kleine Rückmeldung bitten, damit wir das Interesse abschätzen können. Schreibt uns bei Interesse einfach per Mail (s. oben), auf Twitter, Facebook, oder im CyBoard.



Jedrzejczyk vs. Penne – Der Hauptkampf im Detail

An dieser Stelle wollen wir noch einen Blick auf den Hauptkampf von UFC Berlin werfen:

Am 20.6 wird Strawweight-Titelträgerin Joanna Jedrzejczyk ihren Gürtel zum ersten Mal aufs Spiel setzen. Dabei trifft sie auf die ehemalige Invicta Atomweight-Titelträgerin und Nummer 3 Herausforderin (sowohl in den UFC-, als auch in unseren Wuttke-Rankings) Jessica Penne.

Die polnische Titelträgerin Jedrzejczyk ist bisher unbesiegt und konnte in ihrem letzten Kampf den Strawweight-Titel auf spektakuläre Art und Weise gewinnen. Die damalige Titelträgerin und Ausnahmeringerin Carla Esparza startete gut in den Kampf, doch das Blatt wendete sich schnell – Jedrzejczyk konnte nach kurzer Zeit alle Takedown-Versuche von Esparza problemlos abwehren und war der Ringerin im Stand haushoch überlegen. Jedrzejczyk konnte in diesem Kampf alle ihre Stärken eindrucksvoll demonstrieren. Ihre überragenden Fähigkeiten im Stand sollten aufgrund ihrer großen Erfolge im Thai-Boxen niemanden mehr überraschen, aber sie demonstrierte auch beeindruckendes Ringen – Carla Esparza ist die beste Ringerin der Gewichtsklasse und versuchte 17 Takedowns im Kampf, 16(!) davon erfolglos. Doch Jedrzejczyk beließ es nicht dabei und ließ ihre Gegnerin für jeden Versuch bitter bezahlen und quittierte diese mit Kniestößen oder Ellbogenschlägen. Esparza, wohlgemerkt eine erfahrene Kämpferin auf dem höchsten Niveau, die Gewinnerin der Ultimate Fighter Staffel und allererste Titelträgerin, wirkte schon ab Mitte der ersten Runde komplett plan- und hilflos, und so war das Ende des Kampfes nur eine Frage der Zeit. Im Stand war sie hoffnungslos unterlegen und konnte im ganzen Kampf nur sechs Treffer landen. Jedrzejczyk stellte dann erneut unter Beweis, dass sie nicht nur eine technisch hervorragende Strikerin ist, sondern auch über bemerkenswerte Schlagkraft (no pun intended) verfügt, und konnte Esparza zum Ende der zweiten Runde per technischem KO besiegen.

Ihre Gegnerin in Berlin ist aber auch alles andere als ein unbeschriebenes Blatt: Jessica Penne (12-2) hat sich ihren Namen vor allen bei der Frauenliga Invicta gemacht – allerdings in einer anderen Gewichtsklasse, nämlich dem Atomweight (bis 105 Pfund). In dieser Gewichtklasse war sie Titelträgerin, bis sie in einem der besten Kämpfe des Jahres 2013 gegen Michelle Waterson verlor. Danach entschied sich Penne nach ursprünglichem Zögern dafür, den Sprung in das zehn Pfund schwerere Strawweight zu wagen – schließlich erwartete sie dort die Gelegenheit, bei The Ultimate Fighter mitzumachen und in der UFC zu debütieren. Im TUF-Haus konnte sie zwei Siege einfahren, scheiterte aber letztendlich an der späteren Gewinnerin Carla Esparza. Ihr offizielles UFC-Debüt konnte Penne in einem unterhaltsamen Kampf gegen Randa Markos für sich entscheiden. Sie ist eine hervorragende Bodenkämpferin und konnte sieben ihrer zwölf Siege per Aufgabe gewinnen. Am Boden zeichnet sie sich durch einen sehr kreativen und aggressiven Stil aus und stellt sowohl aus der Ober-, als auch aus der Unterlage eine große Gefahr dar.

Auf dem Papier klingt der Kampf also durchaus spannend – Penne ist eine respektierte Veteranin und hat genau dort ihre große Stärke, wo Joanna Jedrzejczyk (mutmaßlich) am schwächsten ist, nämlich auf der Matte. Trotzdem geht Joanna Champion als deutliche Favoritin in den Kampf. Stilistisch wird dies eine knifflige Ansetzung für Penne. Wenn sie die Titelträgerin auf den Boden bekommen könnte, hätte sie sicherlich gute Chancen. Aber das ist leichter gesagt als getan. Denn selbst wenn frau Jedrzejczyks hervorragende Takedown-Defense überwinden kann, ist sie alles andere als einfach am Boden zu halten. Dies musste schon Claudia Gadelha, eine der besten Bodenkämpferinnen der Gewichtsklasse, feststellen. Dazu ist Penne nicht als herausragende Ringerin bekannt. Chancen für Takedowns sind ihr vor allem im Clinch auszurechnen. Selbst Guard-Pulls sind nicht auszuschließen, da sie durch ihre große Erfahrung im Bodenkampf und unfassbare Flexibilität auch aus der Unterlage sehr gefährlich ist und Hebel oder Positionswechsel initiieren könnte. Eine Sache scheint aber klar: Im Stand dürfte Penne keine große Chance haben. Dort ist sie zwar keineswegs schlecht, wird dem Weltklasse-Striking von Joanna Champion aber wohl wenig entgegenzusetzen haben.

Letztendlich spricht also auf dem Papier vieles für eine erfolgreiche Titelverteidigung in Berlin. Nichtsdestotrotz sollte man die Herausforderin auf keinen Fall unterschätzen und kann sich auf den ersten UFC-Titelkampf in Kontinentaleuropa freuen. Eine Ansetzung auf sehr hohem sportlichen Niveau ist damit garantiert.

 



Kämpfer im Fokus: Nick Hein

Nach Artikeln über Peter Sobotta (auch wenn der mittlerweile einen neuen Gegner hat) und Dennis Siver widmen wir uns Heute dem verbliebenen deutschen Kämpfer in den Hauptkämpfen: Den (Ex-?)Sergeant Nick Hein!

Für viele deutsche Fans war der Auftritt von Nick Hein eines der Highlights der ersten UFC Berlin Show. Kein Wunder also, dass der Kölner Judoka auch bei der zweiten Auflage antreten wird. Hein konnte damals einen unterhaltsamen Kampf gegen Drew Dober gewinnen, der mittlerweile und dank dieses Kampfes ein Teil seiner Familie geworden ist. Allein in dieser Hinsicht wird die letztjährige Veranstaltung für Hein wohl kaum zu toppen sein. Der charismatische Hein, der in Teilzeit als Polizist arbeitete (mittlerweile in der Sicherheitsbranche) und ebenfalls als Schauspieler tätig ist (Diese Kaminskis), konnte die deutschen Medien in einer Art und Weise von sich begeistern, wie es zuvor wohl noch kein anderer deutscher Kämpfer geschafft hat. Durch sein Charisma und ein auch für den Mainstream gut kommunizierbares Narrativ („Deutschlands härtester Polizist“ etc.) hat Hein, im Gegensatz etwa zu Dennis Siver, das Potenzial in Deutschland zu einer auch außerhalb der MMA-Blase beliebten Persönlichkeit zu werden.

Sportlich blickt Hein auf eine gemischte Bilanz zurück – nach seinem sehr erfolgreichen Debüt verlor er seinen nächsten Kampf gegen den Riesen James Vick in Texas.

In Berlin trifft Hein auf den unbesiegten Polen Lukasz Sajewski, der in Berlin sein UFC Debüt feiern wird. Von seinen dreizehn Siegen konnte Sajewski sieben vorzeitig per Submission für sich entscheiden. Ins Auge fällt auf seiner Kampfbilanz vor allem ein Sieg über Bellator-Veteran und Leglock-Experte Marcin Held.

 

Wir haben Hein bisher als einzigen Kämpfer bereits zwei Mal interviewt. Nach einem kurzen Interview im Vorfeld der letztjährigen UFC Berlin Veranstaltung folgte danach noch ein ausführliches Gespräch mit Jojo über sein erfolgreiches Debüt und den kommenden Kampf gegen James Vick. Ihr könnt euch natürlich beide Interviews noch einmal anhören:

 

Die UFC hat für UFC Berlin ein kurzes Highlight-Video von Nick Hein erstellt:



Zwei Kampfänderungen bei UFC Berlin

Verletzungsbedingt ist es zu zwei Kampfänderungen bei UFC Berlin gekommen:

Uriah Hall wird den Platz des verletzten Derek Brunson einnehmen und an seiner statt gegen den Polen Krzysztof Jotko kämpfen. Hall stand erst vor knapp zwei Wochen zuletzt im Octagon und verlor eine enge Punktentscheidung gegen Rafael Natal.

 

SPOX berichtet zudem, dass Peter Sobottas Gegner Sergio Moraes aufgrund einer Rückenverletzung nicht antreten kann. Er wird durch den „Steamroller“ Steve(n) Kennedy (22-6) ersetzt. Kennedy ist Australier und laut der führenden MMA-Datenbank Sherdog unbekannten Alters. Darüber hinaus gibt es aktuell noch Unstimmigkeiten darüber, ob er Steve oder Steven heißt. Er hat seine letzten sieben Kämpfe allesamt gewonnen, seine letzte Niederlage musste er gegen den TUF-Veteranen und Casino-Freund Jesse „JT Money“ Taylor hinnehmen – laut Sherdog verlor Steve(n) nach 0 Sekunden in Runde 1 per Aufgabe. Das klingt doch mal sehr vielversprechend.

 

Zusätzlich wurden mittlerweile die vier Gastkämpferinnen bekanntgegeben. Es handelt sich um:

1. Alexander Gustafsson

2. Stipe Miocic

3. Rose Namajunas

4. Forrest Griffin

 



Kämpfer im Fokus: Dennis Siver

In weniger als zwei Wochen kehrt die UFC nach Deutschland zurück. Nach unserem vorherigen Artikel über Peter Sobotta widmen wir uns heute dem wohl besten deutschen MMA-Kämpfer, Dennis Siver.

Dennis Siver war lange Deutschlands größtes (und vielleicht sogar einziges) MMA-Aushängeschild. Siver kämpft seit vielen Jahren auf hohem Niveau in der UFC und konnte sich sowohl im Light-, als auch im Featherweight etablieren. Der 36jährige Mannheimer kämpft seit 2009 ununterbrochen in der UFC und kratzt seit einem damals überraschenden Sieg über George Sotiropoulos im Februar 2011 an der Top 10 zweier Gewichtsklassen. Für die ganz großen Siege reichte es jedoch nie – nach einer Niederlage gegen Donald Cerrone wechselte Siver ins Featherweight und konnte sich auch dort als sehr guter Kämpfer etablieren. Für die Elite der Gewichtsklasse reichte es aber auch dort bisher nicht. Aktuell wird er als Nummer 12 (UFC Rankings) bzw. 11 (Wuttkerankings) Herausforderer im Featherweight eingeschätzt.

Zuletzt wurde Siver jedoch durch einen positiven Drogentest mit anschließender Suspendierung zurückgeworfen, durch die er auch die letztjährige UFC Berlin Show aussetzen musste. Nach einer erfolgreichen Rückkehr gegen Charles Rosa stand Siver in seinem letzten Kampf zum ersten Mal in seiner langen Karriere im Hauptkampf einer UFC Veranstaltung – allerdings vor allem als Aufbaugegner für Conor McGregor. Diesen Kampf verlor Siver dann auch klar durch technischen KO in Runde 2. Am 20. Juni wird Siver versuchen, sich wieder in Richtung der Top 10 hochzukämpfen. Bei UFC Shows auf deutschem Boden ist er bisher unbesiegt und konnte beide Kämpfe vorzeitig gewinnen.

In Berlin wird Siver auf die japanische Legende Tatsuya „Crusher“ Kawajiri treffen. Wie Siver hat Kawajiri seinen Namen vor allem im Lightweight gemacht und war ein zentraler Bestandteil der japanischen Ligen Shooto, Pride und Dream. Nach einer langen Karriere mit vielen herausragenden Kämpfen, etwa gegen Eddie Alvarez und Takanori Gomi, wechselte Kawajiri im Jahr 2011 ins Featherweight und wusste auch dort durch sein hervorragendes Grappling zu überzeugen. Nach einer langen Kampfpause wurde er letztes Jahr von der UFC verpflichtet und hat seitdem eine Kampfbilanz von 1-1.

In Berlin können wir uns also auf einen Kampf zweier verdienter Veteranen freuen, die schon fast alles erlebt haben und die versuchen werden, das Rad der Zeit zurückzudrehen. Sivers Einzugsmusik wird sicher ihren Teil dazu beitragen und das Jahr 2000 wieder aufleben lassen. Berlin wird sicher Kopf stehen, wenn am 20.6 der Mann in der Lederjacke die Halle betritt und den letzten Ausweg sucht.

Hier könnt ihr euch Sivers letzten Kampf in Deutschland angucken:

 

Für UFC Berlin hat die UFC einen kurzen Trailer für Dennis Siver zusammengestellt:

 



KOMMENTARKRAFT

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Wir alle kennen Sie und wir alle haben Sie schonmal gelesen: Facebook Kommentare. Diese wunderbare Erfindung der öffentlichen Meinungskundgabe ist häufig ein viel kritisiertes Medium. Die meisten Nutzer machen sich über die Kommentare von FB lustig, denn sie selber wissen ja sehr viel besser Bescheid. Das Problem an der Sache ist, dass es die meisten Kommentare auch durchaus einfach machen und je weiter man in eine Nische geht, umso schlimmer wird es dann. Die Abgründe, die sich auftun sind tiefe Schluchten und häufig landet man in einer Welt voller Ethik, dummen Ideen und puren Beleidigungen. Also dann: Hallo hier ist SCHLAGKRAFT, wir melden uns vom Abgrund. Der Dunkelheit, die keiner betreten will. Wir kommentieren die deutschen UFC Facebook Kommentare und erleben #GerMMAny in dessen höchsten Form.

 

Facebook-Meldung:

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Aleksander Gustafsson wird als „Gaststar“ für die Fight Night in Berlin bekanntgegeben. Für viele ist es schön, dass man am Freitag vor der Show vielleicht doch noch in den Genuss kommt den beliebten Schweden um ein Autogramm zu bitten, doch es ist weiterhin Facebook.

-“Peinlich“ / “Kein trost!“ / “Der kann jetzt auch zu Hause bleiben“ / “Sehe ich auch so!!!
Ständig angekündigt,vorher abgesagt und gelogen!!! Von wegen verletzt!!!!“

Ah…positive Energie. Von den direkten elf Kommentaren sind sofort vier negativ, was eigentlich eine ziemlich niedrige Prozentzahl ist. Wäre ich nicht angsterfüllt davon Mathe einzusetzen könnte ich euch sogar die genaue Zahl geben. Aber ja der gute Gustaf sollte sich weiter schämen dafür, dass er es sich erlaubt überhaupt nach Berlin zu kommen. Für eine weitere Person “War er schon letztes Jahr da“ und das schließt ihn ja als wirklichen Gaststar aus. Ich hoffe diese Person weiß nicht, dass er sogar schon für den Main Event eingeplant war. Da hätte man Gustaf ja gar nicht ignorieren können. Der deutsche MMA-Fan fühlt sich halt beleidigt, denn wenn schon nur einmal im Jahr eine Show kommt dann verlangt er auch, dass dies keine normale Fight Pass Show ist, wo tausende Kämpfe und Kämpfer abgesagt werden, sondern hier soll alles klappen. Es ist immerhin Deutschland hier. Es ist nahezu tragisch, dass sich Gustaf schon vorher verletzt hat und der Main Event weit vorher abgesagt wurde. Was wäre wohl passiert, wenn UFC ihn jetzt aus den Kampf genommen hätte weil er einen Titleshot bekommt? Oh und die UFC hätte dies ohne Probleme getan, denn die Berlin Show ist und bleibt vollkommen unwichtig. Es ist eine Pflichterfüllung an den deutschen MMA Markt, die sie mit dem ersten Main Event übererfüllten und mit den Ersatz-Main Event sogar weiterhin erfüllen. Ein Titelkampf in Deutschland? Wer will das denn sehen? Frauen sind für #GerMMAny halt nicht relevant, was natürlich für viele dieser Nutzer ja auch nichts neues ist. Strawweights haben Brüste und wiegen wahrscheinlich gefühlt unter 40kg…das geht halt nicht. Wie oben erwähnt ES IST DEUTSCHLAND HIER. Das ist das Land wo Schwergewichte noch den Höhepunkt der Kampfsportwelt bilden. Und da willste keine Almosen wie einen kurzen Gastauftritt von Gustaf. Wäre der Gaststar wenigtens Evgeni Kogan.

-“Junge Junge sind ja nur Drecks fights…wer dafür nur 1€ investiert ist selber schuld“ / “Die wissen dass die Card suckt und die Halle niemals voll wird, jetzt wird auf anderem Wege versucht noch Werbung zu machen“

Erwartungshaltungen für eine Fight Pass Show. Ein Titelkampf in Deutschland zwischen einer polnischen Sensation und einer ehemaligen Invicta FC Championesse. Ich sage weiterhin, dass mir persönlich dieser Main Event mehr zusagt als ein Kampf in der schwächsten Gewichtsklasse der UFC, der mit der Ankündigung von Cormier vs. Gustafsson eh nicht stattgefunden hätte. Klar, ich behaupte, dass hier weiterhin einfach nur aber ich bleib dabei das sie den guten Alex abgezogen hätten. Und dann würden wir hier nun sitzen, weinend und auf eine Card starren die wahrscheinlich von Dennis Siver geheadlint wird. Ich mag zwar seinen Kleidungsstil sehr, er ist ein wunderbarer Kämpfer und Schokoladenpanzer, aber als Headliner ist er selbst in Deutschland nur bedingt ideal. Hätte man Jedrzejczyk so kurz vor der Show dann noch booken können? Wohl eher nicht und ich bin mir sehr sicher, dass ohne die Verletzung der Titelkampf nicht vorher schon auf der Card gewesen wäre. Aber ganz ehrlich ist diese Card weiterhin genau das was wir verdienen, nicht das was wir brauchen. Es ist natürlich nicht die einfachste Situation mit Frau Champion in die Werbung zu gehen, da man in Deutschland Kampfsport mit schweren, schwitzigen Männern verbindet.

Der größte Kritikpunkt, den man auf den Facebookseiten von Sky Sport HD las zum Jahrhundertkampf war(neben der Promotion und “das niemand auf der Welt sie kennt“) das die beiden gefühlt zusammen soviel wiegen wie Wladimir Klitschko alleine. Und wer will schon Kämpfer sehen die nicht gebaut sind wie Massivhäuser oder einen kleinen Bauch haben? Es ist Käfigkampf. Daher müssen wir daran festhalten, dass ein Kampf zwischen einen Schweden und Brasilianer in Berlin die Halle ausverkauft hätte, während Polen gegen Amerika keine Rolle spielt. Das die Halle aktuell nicht besonders voll wirkt liegt einzig und allein daran das wir hier keine Superstars auf der Card haben, denn natürlich ist MMA in Deutschland so beliebt, dass der normale Mensch auf der Straße einen Gustafsson sofort erkennt und sich ein Ticket besorgt hätte.

Ich bleibe dabei, dass es am Ende keine wirkliche Auswirkungen hat ob nun Frau Champion oder Herr Nichtchampion im Main Event steht. UFC ist in der Nische. In der totalen Nische hier in Deutschland. Und es ist eine Fight Pass Show und die haben halt nur eine gewisse Tiefe. Das Niveau auf der Card ist immernoch höher, als irgendwo in Südostasien, aber gut selbst die hatten Mark Muñoz nur auf der Main Card und nicht im Main Event. Vielleicht ist ja doch was dran. Die UFC versucht absichtlich den deutschen MMA Standort niederzubrennen mit einer Polin an der Spitze. Immerhin wäre es mal die gerechte Strafe.



UFC Berlin: Kämpfer im Fokus – Peter Sobotta

In den verbleibenden Tagen bis zur Rückkehr der UFC nach Deutschland werden wir nochmal ein besonderes Augenmerk auf bestimmte KämpferInnen werfen. Neben den beiden Kontrahentinnen des Hauptkampfes wird es sich dabei um die drei deutschen Kämpfer handeln, die in den Hauptkämpfen stehen – Peter Sobotta, Dennis Siver, und Nick Hein.

Den Anfang macht der 28jährige Peter Sobotta, der bisher als einziger Kämpfer bei allen vier deutschen UFC Veranstaltungen antreten wird. Am 20. Juni trifft der deutsche Vorzeigekämpfer auf den Brasilianer Sérgio Moraes. Dieser Kampf sollte eigentlich schon bei der UFC Fight Night: Gonzaga vs. Cro Cop 2 in Polen stattfinden, musste aufgrund einer Verletzung von Sobotta aber abgesagt werden. Moraes traf dann auf den Ersatzersatzgegner Mickael Lebout (nachdem sich auch Gasam Umalatov verletzte) und besiegte diesen einstimmig nach Punkten. Dies wird sicherlich keine leichte Aufgabe für Sobotta, den Moraes ist wie er selbst Bodenkampf-Spezialist und konnte sieben seiner neun Siege per Aufgabe erringen. Den vierfachen BJJ-Weltmeister kann man wohl durchaus als Weltklassegrappler bezeichnen. Moraes kann in der UFC bisher auf eine gute Bilanz von drei Siegen bei nur einer Niederlage bei seinem Debüt zurückblicken. Insbesondere sein Sieg über Neil Magny, mittlerweile in unseren Wuttkerankings als Nummer 11 Herausforderer im Welterweight eingeschätzt, macht Eindruck.

Sobotta wurde für das Debüt der UFC in Deutschland im Jahre 2009 im zarten Alter von 22 Jahren verpflichtet. Diese Berufung in die beste Liga der Welt kam möglicherweise zu früh, denn Sobotta konnte keinen seiner drei Kämpfe (zwei davon in Deutschland) gewinnen und wurde schlussendlich entlassen. Sobotta bewies Nehmerqualitäten und konnte von keinem seiner Gegner gestoppt werden, schaffte es aber nicht den Gegnern seinen Stil aufzuzwingen und die Kämpfe auf den Boden zu verlagern.

Danach meldete er sich allerdings mit fünf Siegen am Stück außerhalb der UFC – alle per Aufgabe durch Rear Naked Choke in Runde 1 – eindrucksvoll zurück. Damit verdiente er sich eine zweite Chance in der UFC. Bei der letztjährigen Veranstaltung in Berlin besiegte er das favorisierte polnische Talent Pawel Pawlak klar nach Punkten. Danach konnte er allerdings verletzungsbedingt keinen weiteren Kampf absolvieren.

Die Fans können sich also auf ein interessantes Duell zweier Bodenspezialisten freuen. Eine Sache kann man auf jeden Fall festhalten: Peter Sobotta kriegt in der UFC keine einfachen Kämpfe. Es ist sehr gut möglich, dass Sobotta wie in jedem(!) seiner bisherigen UFC-Kämpfe wieder als Underdog im Käfig stehen wird. Moraes ist eine harte Nuss und wir sind gespannt darauf, wie Sobotta ihn zu knacken gedenkt.

 

Im Rahmen der letztjährigen UFC-Veranstaltung in Berlin konnten wir Sobotta interviewen. Das Interview könnt ihr euch natürlich weiterhin anhören:

Die UFC hat zudem ein kleines Hype-Video für Sobottas Rückkehr nach Berlin produziert.

 



Links der Woche XXIII – UFC 187, UFC Berlin, Reebok

Hier wieder eine Sammlung lesenswerter Artikel aus der vergangenen Woche. Diesmal mit Rückblicken auf UFC 187, UFC Berlin, dem wöchentlichen Reebok-Update usw:

 

UFC 187:

 -> Post-fight Patterns: UFC 187- Dodging bullets. Mit den Kampfausgängen der beiden Titelkämpfe hat die UFC viel Glück gehabt, sagt Phil MacKenzie

 UFC Berlin:
-> Gefühlt ist UFC Berlin auch weiterhin nicht im Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit angekommen. Eine Google News Suche scheint dies zu bestätigen. Dort bekommt man unter anderem das hier auf Seite 1. Zum Suchbegriff „UFC Berlin“ gibt es diesen Monat tatsächlich nur einen einzigen Treffer.
-> Interview der UFC mit Titelträgerin Joanne Jedrzejczyk.

 



Links der Woche XXII – Reebok, Russland, Rumble

An dieser Stelle präsentieren wir wieder Artikel aus der Welt des Mixed Martial Arts, die in dieser Woche unser Interesse geweckt haben:

 

-> Sehr lesenswerter Artikel von der großartigen Julie Kedzie () übers Weightcutting und ihren letzten Kampf: This is what it feels like to cut weight for an MMA fight

-> Aus unserer UFC Berlin Rubrik: Die finale Card samt kurzer Einschätzung unsererseits zu allen Kämpfen!

-> Patrick Wyman stellt in diesem lesenswerten Deadspin-Artikel eine einfache Frage: Warum geben sich UFC Champions mit einem sehr zweifelhaften russischen Politiker ab? Why Are UFC Champions Hanging Out With An Accused Russian War Criminal?

-> Die deutsche MMA-Szene wirft immer wieder viele Fragen auf. Zum Beispiel diese hier: Warum darf ein Kämpfer mit Hakenkreuz-Tattoos bei einer deutschen Veranstaltung antreten? Die taz dazu mit einem lesenswerten Artikel.

-> KSW hat sich lange als wohl beste europäische MMA Liga etabliert und veranstaltet auch Heute wieder eine spektakuläre Show. Das mmablog hat Aussagen eines KSW-Gründers auf deutsch zusammengefasst. Der Tenor? Vor der UFC braucht sich KSW laut Lewandowski absolut nicht zu verstecken.

-> Rumble Johnon hat einen sehr eigenen Sinn für Humor: UFC 187’s Anthony Johnson on allegations of domestic violence: “It’s pure comedy to me.”

-> Zuguterletzt haben sich auch diese Woche wieder viele weitere UFC-KämpferInnen zum Reebok Deal geäußert. Ryan Jimmo ist ja schon seit einiger Zeit bekannt dafür, absolut kein Blatt vor den Mund zu nehmen und offen den Konflikt mit der UFC zu suchen, was er auch in diesem Interview wieder untermauert. Aljamain Sterling hat sich im Forum von Sherdog mit lesenswerten und sehr reflektierten Kommentaren geäußert (auch im weiteren Threadverlauf). Miesha Tate findet, dass besonders Kämpferinnen von der gestaffelten Bezahlung benachteiligt werden, da Frauen erst seit kurzem in der UFC kämpfen können und daher alle noch nicht besonders viele Kämpfe angesammelt haben. Sie selbst stellt sich auf Einbußen von 80-90% ein. Auch Donald Cerrone rechnet mit signifikanten Einbußen, sieht der Partnerschaft mit Reebok aber trotzdem optimistisch entgegen.