UFC Hamburg im Detail – Die Vorkämpfe


In genau einer Woche ist es soweit: Nächsten Samstag kehrt die UFC nach Deutschland zurück!  Zeit also für eine detaillierte Betrachtung der Kämpfe. Ein Preview in gewohntem Audio-Format wird es natürlich ebenfalls geben. Fangen wir an mit den Vorkämpfen. Diese werden auf UFC Fight Pass übertragen und starten nach aktuellem Stand gegen 17:15 deutscher Zeit.

 

 

Jessin Ayari vs. Jim Wallhead

 

Mit dem 24jährigen Jessin „Abacus“ Ayari wurde im Vorfeld dieser Veranstaltung ein weiterer deutscher Kämpfer verpflichtet, der vor heimischem Publikum sein UFC-Debüt feiern wird. Ayari hat seine letzten sechs Kämpfe gewonnen, unter anderem gegen den UFC-Veteranen Mickael Lebout. Er blickt also auf eine durchaus beeindruckende Karriere in der europäischen Szene zurück. Trotzdem ist es natürlich ein großer Sprung in die UFC, und es wird abzuwarten sein, wie er sich im Haifischbecken der UFC Welterweight Gewichtsklasse schlagen kann.

Sein kurzfristig eingesprungener Gegner, der 32jährige Engländer “Judo” Jim Wallhead (29-9), ist ein absouter Veteran der europäischen Szene und von Ligen wie BAMMA und Cage Warriors. Ebenso stand er vor einigen Jahren bei Bellator unter Vetrag. Man sollte sich von seinem Kampfnamen nicht täuschen lassen – Wallhead ist nicht nur ein guter Judoka und Grappler, sondern auch im Stand eine ernstzunehmende Gefahr und konnte elf seiner 29 Siege per (T)KO einfahren. Jessin Ayari bekommt also auch hier wieder keine einfache Aufgabe und wird sich am 3. September mit einem mit allen Wassern gewaschenen Veteranen messen müssen. Das Welt(l)ergewicht ist nicht ohne Grund eine der stärksten Gewichtsklassen des Sports und einfache Kämpfe gibt es hier schlichtweg nicht. Dieser Kampf wird uns also wohl direkt viel über Ayaris Potenzial aussagen.

 

 


Peter Sobotta vs. Nicolas Dalby


Der Neu-Jamaikaner Peter Sobotta ist zweifelsohne Mr. UFC Deutschland – schließlich trat er als einziger Kämpfer bei jeder UFC-Veranstaltung auf deutschem Boden an. Aber Moment mal, Neu-Jamaikaner? Nun ja. Da der in Polen geborene und seit langem in Deutschland lebende Sobotta die endlosen Fragen leid war, welches der beiden Länder er denn nun repräsentiere, präsentierte er sich kürzlich auf Instagram mit der jamaikanischen Flagge. Nationalstolz sei ihm fremd, der Geburtsort und die Nationalität letztendlich nur eine Frage des Glücks. Ob Sobotta dem Vorbild Brock Lesnars folgt und tatsächlich im jamaikanischen Reebok-Kit zum Octagon läuft, wird abzuwarten sein. Auf einen Einzug zu Reggae-Musik können wir uns aber wohl gefasst machen, da Sobotta auch in seinen vorherigen Kämpfen solche Musik ausgewählt hat. So oder so hat er damit ein Statement gemacht – und auch im Käfig selber wird er versuchen ein Statement abzuliefern, denn er kommt aus einer harten Niederlage. Frisch nach seinem Sieg bei der letztjährigen UFC-Veranstaltung in Berlin kämpfte er in Australien gegen Kyle Noke und wurde dort von einem harten Körpertreffer auf die Matte geschickt, der ihm auch einige Zeit später noch Probleme bereitete. Sobottas große Stärke liegt eindeutig im Bodenkampf, auch wenn er zuletzt große Verbesserungen im Standkampf und Ringen machen konnte. Sein Ziel wird es sicherlich wieder sein, den Kampf auf den Boden zu verlagern und an einer Submission zu arbeiten. Sein Lieblingsgriff ist zweifelsohne der Rear Naked Choke, mit dem er sieben Kämpfe vorzeitig beenden konnte.

In Hamburg trifft Sobotta auf den 31jährigen Dänen Nicolas Dalby (14-1-1), der bisher auf eine gemischte UFC-Bilanz zurückblickt: Drei Kämpfe, alle über die Distanz und dabei ein Sieg, eine Niederlage, und ein Unentschieden. Dalby hat sich bisher vor allem einen Namen als Striker gemacht und kann auf eine beeindruckende Karriere in der europäischen Szene zurückblicken, die er mit dem Gewinn des Cage Warriors Titel im Welterweight krönen konnte.

Auf dem Papier handelt es sich um ein Duell auf Augenhöhe, in dem kein Kämpfer einen allzu klaren Vorteil besitzt. Dalby dürfte Vorteile im Stand haben, Sobotta dafür auf der Matte. Nach einer leichten Aufgabe für Sobotta sieht es also nicht aus, aber das dürfte den Veteranen nicht beunruhigen. Oder um es mit den Worten Bob Marleys zu sagen: Don’t worry about a thing, ’cause every little thing gonna be all right. Aktuell wird Sobotta bei den Buchmachern als knapper Favorit gehandelt, was ihn selbst aber nicht sonderlich interessieren dürfte. Dass sich Sobotta um solche Sachen herzlich wenig schert, konntet ihr schon in unserem Interview mit ihm im Vorfeld zur letztjährigen Veranstaltung in Berlin erfahren.

 

 

Jarjis Danho vs. Christian Colombo 


An dieser Stelle müssen wir jedes Feigenblatt der Objektivität ablegen. Seitdem der Autor dieser Zeilen das MMA-Debüt von Jarjis Danho in einer rustikalen Halle, die man wohlwollend als größere Garage bezeichnen kann, gesehen hat, lässt ihn dieser Mann nicht mehr los. So etwas passiert wohl, wenn die Halle kurz davor von einer Rockerbande gestürmt wurde, die Stimmung komplett am Boden ist, und dann eine herkulische Figur zu Rammstein den Ring betritt und seinen Gegner innerhalb von zehn Sekunden unangespitzt in die Matte rammt. Das hinterlässt auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck. An Danho, dem ersten deutschen Schwergewicht in der UFC, fällt einem als allererstes die beeindruckende Physis auf – der Spitzname „Man Mountain“ könnte besser kaum gewählt sein. Der ehemalige Powerlifter ist ein absolutes Powerhouse und besticht durch brachiale Kraft, mit der er seine Gegner wie in oben beschriebenem Debüt auch gerne mal durch die Gegend wirft. Diese physischen Vorteile konnte Danho vor der UFC-Verpflichtung sehr gewinnbringend einsetzen und jeden seiner sechs Gegner – mit Ausnahme eines bizarren Fehlers, bei dem ein auf fünf Runden angesetzter Kampf nach der dritten Runde einfach beendet wurde – finishen. Besonders wohl fühlt sich Danho im Clinch und in der Kurzdistanz, wo er seine Gegner zermürben und mit Dirty Boxing zusetzen kann. Auch aus der Oberlage ist er gefährlich und kann harte Treffer landen. Wenig überraschend mangelt es ihm auch aufgrund seiner relativ geringen Erfahrung in mancher Hinsicht an Finesse, was er in der europäischen Szene jedoch gut durch seine Physis kompensieren konnte.

Das UFC-Debüt hätte für Danho allerdings schlechter kaum laufen können. Der Kampf gegen Daniel Omielanczuk war unverblümt gesagt nicht schön anzusehen. In vielerlei Hinsicht war es ein typischer Schwergewichtskampf – viel Masse im Octagon, viel Geclinche und wenig eindeutige Aktionen, und konditionelle Probleme auf beiden Seiten. Danho konnte seine gewohnten physischen Vorteile nicht wirklich ausspielen und hatte einige Probleme mit Omielanczuk. Dazu kamen noch wiederholte Fouls des Gegners. Nach einem Tiefschlag in der dritten Runde konnte Danho nicht weiterkämpfen. Die Punktrichter wurden zu Rate gezogen und gaben Omielanczuk die Punktentscheidung. In vielerlei Hinsicht also ein sehr bitteres Debüt für Danho, der dem Kampf nie seinen Stempel aufdrücken konnte und zudem noch dafür ausgebuht wurde, dass er nach dem Tiefschlag nicht mehr weiterkämpfen konnte. MMA und dessen Fans können sehr undankbar sein.

Nach diesem Kampf bleiben viele Fragen: War Danho hinreichend vorbereitet oder kam der Sprung in die UFC vielleicht doch zu früh? Die Kämpfer in der UFC sind sicherlich noch einmal auf einem anderen Niveau als in der europäischen Szene. Es bleibt die Frage, ob Danhos kämpferische Fähigkeiten auf diesem Niveau ausreichen, oder ob er bisher vor allem mit seiner Physis durchgekommen ist. Oder vielleicht hat er einfach nur einen schlechten Tag erwischt, oder vielleicht hätte er den Kampf ja noch in der dritten Runde gedreht, und und und. Es gibt also viele Fragen zu beantworten. In Hamburg bekommt Danho die Chance auf Wiedergutmachung gegen den 36jährigen Dänen Christian Colombo (8-1). Dieser ist mit Kampfgewicht von 120kg und 1,95 Körpergröße ebenfalls eine imposante Erscheinung und zudem kein ganz unbeschriebenes Blatt: Er konnte mit Björn Schmiedeberg und Andreas Kraniotakes bereits zwei der bekanntesten deutschen Schwergewichte besiegen und will dieser Liste nun einen dritten Namen hinzufügen. Falls ihm das gelingt, müsste man langsam darüber nachdenken, daraus ein Gimmick zu machen. „GerMMAny Hunter“ klingt wenig überzeugend, bessere Vorschläge nimmt er sicherlich dankend entgegen.

 

 

Scott Askham vs. Jack Hermansson


Für seine Rückkehr nach Deutschland hofft der englische Kreuzritter Scott Askham sicher auf ein ähnliches Resultat wie im Vorjahr, als er in Berlin einen spektakulären KO-Sieg feiern konnte. Ebenso hofft er sicher wieder auf die tatkräftige Unterstützung seiner Fans, die damals nach Deutschland pilgerten und ihn und sich selbst frenetisch abfeierten. Bei seinem Debüt wurde Askham von einigen Scouts als großes Talent gehypt, konnte diesen hohen Erwartungen bisher jedoch nicht vollends gerecht werden und blickt auf eine UFC-Bilanz von zwei Siegen und zwei Niederlagen zurück. Beide Siege konnte er durch brachiale Knockouts erzielen und damit seine Gefährlichkeit eindrucksvoll unter Beweis stellen. Gleichzeitig offenbarte er aber auch einige Schwächen in seiner Takedown-Defense und im defensiven Grappling. Askham hat sich bisher als spektakulärer Action Fighter präsentiert, dessen Stil aber noch einige Lücken aufweist.

In Hamburg liegt es am UFC-Debütanten Jack „The Joker“ Hermansson (13-2), diese auszunutzen. Der 28jährige Schwede blickt auf eine gute Bilanz in der europäischen Szene zurück, seine einzigen beiden Niederlagen stammen von einem vielleicht etwas zu frühen Ausflug über den großen Teich nach Bellator. Er hat sich bisher größtenteils als guter Distanz-Striker einen Namen gemacht, was nicht unbedingt zu Askhams Stärken zählt, der sich eher auf einer kürzeren Distanz wohlfühlt. Andererseits hat Hermansson vermutlich nicht die ringerischen Fähigkeiten, die Askham in der UFC bisher vor die größten Probleme gestellt haben. Schlussendlich sollte uns also ein ziemlich ausgeglichener Kampf erwarten, der größtenteils im Stand ausgetragen wird. Askham hat die größere Erfahrung auf hohem Niveau und vermutlich die brachialere KO-Power, aber Hermansson stellt einen harten Test dar.

 

 

Rustam Khabilov vs. Leandro Silva


Nach einem verletzungsbedingten Ausfall trifft Rustam „Tiger“ Khabilov jetzt auf den 30jährigen Brasilianer Leandro “Buscape” Silva (19-4). Silva wurde nach seinem UFC-Debüt entlassen, kämpfte sich jedoch zurück und blickt in seinem zweiten Run auf eine solide Bilanz von 3-2-1 zurück. Er wird Fans aber wohl vor allem durch den bizarren Kampf gegen Nick Heins Schwager Drew Dober in Erinnerung geblieben sein. Dort konne sich Buscape ursprünglich den Sieg per…ähm…Aufgabe sichern, als der Schiedsrichter Drew Dober für bewusstlos hielt und den Kampf stoppte. Das Problem an der Sache war allerdings, dass Dober bei vollem Bewusstsein war und sich noch nicht mal in einem legitimen Aufgabegriff befunden hatte. Danach war das Geschrei groß, schlussendlich wurde der Kampf als No Contest gewertet. Trotzdem wurde dem Kampf eine zweifelhafte Ehre zuteil – die Auszeichnung als Sherdogs Robbery des Jahres.

Khabilov (19-3) startete mit sehr beeindruckenden Leistungen in seine UFC-Karriere, scheint in letzter Zeit allerdings etwas zu stagnieren. Der dagestanische Kämpfer eroberte mit seinem spektakulären Debüt bereits die Herzen vieler Fans, in welchem er seinen Gegner mit wiederholten Suplessen ausknockte. Auch der zweite Kampf endete durch TKO nach einem Wurf, jedoch auf etwas kuriose Art und Weise: Bei dem Versuch seinen Fall zu bremsen, verletzte sich Yancy Medeiros am Daumen und konnte nicht weiterkämpfen. So oder so gewann Khabilov den Ruf als Suplex-Maschine, den er mit einer Ivan Drago-esquen Aussage nur noch untermauerte: “My job is to throw him, how he lands is his business“. Auch im dritten Kampf, einer sehr knappen Punkteentscheidung über den mit allen Wassern gewaschenen Veteranen Jorge Masvidal, konnte Khabilov überzeugen. Dann jedoch setzte es zwei Niederlagen – gegen Ex-Champ Ben Henderson in einem bis zum Finish sehr engen Kampf absolut keine Schande, gegen Adriano Martins schon deutlicher. Zuletzt hatte Khabilov mit einigen Visums-Problemen und Verletzungen zu kämpfen. Seine letzten beiden Kämpfe konnte er zwar gewinnen, aber längst nicht so eindrucksvoll wie am Anfang seiner UFC-Karriere. Es hat etwas den Eindruck, als würde der Combat Sambo Weltmeister trotz Training bei einem exzellenten Team wie Jackson-Winkeljohn zuletzt etwas stagnieren. Den Kampf gegen Silva kann man als Pflichtsieg ansehen, da Khabilov dem Brasilianer eigentlich in jeder Hinsicht überlegen sein sollte. Dieser ist vornehmlich als Grappler in Erscheinung getreten, sollte da gegen Khabilov aber keine große Schnitte sehen. Für Khabilov wäre es also wichtig, hier ein Zeichen zu setzen und eindrucksvoll zu gewinnen, um wieder an den früheren Hype anknüpfen zu können. Es wird also Zeit, ein Flugticket für Dagestan Air zu buchen. Wie die Passagiere landen, bleibt ihnen dabei selbst überlassen.

 

 

Ashlee Evans-Smith vs. Veronica Macedo


Ahslee Evans-Smith kam mit einem gewissen Hype und viel Medienaufmerksamkeit in die UFC. Sie galt als interessantes aufstrebendes Talent in einer Gewichtsklasse, die damit nicht gerade gesegnet ist, und hatte zudem einen sehr medienwirksamen Sieg über Fallon Fox vorzuweisen. Ihre UFC-Karriere hingegen konnte diesen Erwartungen bisher jedoch nicht gerecht werden. In ihrem Debüt gegen Racquel Pennington verlor sie nicht nur eine Sekunde vorm Ende der ersten Runde in einem Bulldog Choke das Bewusstsein, sondern fiel im Nachhinein auch noch wegen eines Diuretikums durch den Drogentest. Nach dem Ablauf der Sperre kehrte sie im Februar letzten Jahres mit einem Punktsieg über Marion Reneau zurück. Doch auch in diesem Kampf gab es Kontroversen. Der Sieg für Evans-Smith war höchst umstritten, wie etwa ein Blick auf die Media Scores auf MMADecisions.com zeigt. Besonders für Aufregung sorgte dabei die Tatsache, dass zwei der Punktrichter ihr die erste Runde gaben, eine schwer nachvollziehende Entscheidung. Reneaus Einspruch wurde von der Komission abgelehnt, und so bleibt es beim Sieg für Evans-Smith, der jedoch ein gewisses Geschmäckle hat. Für Evans-Smith geht es hier also um alles, denn mit dem bisherigen Verlauf ihres UFC-Runs kann sie nur schwerlich zufrieden sein.

Nach einer Verletzung der ursprünglich angesetzten Gegnerin muss sich Evans-Smith nun mit der kurzfristig eingesprungenen 20jährigen Venezolanerin Veronica Macedo messen. Diese ist bisher unbesiegt mit fünf Siegen, alle davon in Europa, hat ihr Profi-Debüt aber erst im März dieses Jahres(!) gefeiert. Im Jahr 2014 hatte sie zudem zwei Amateurkämpfe, die sie beide per TKO für sich entscheiden konnte. Ein gewisser Hype ist sogar schon um sie entstanden, sei es durch ihr vermarktbares Auftreten oder einen spektakulären Headkick-KO in ihrer Amateur-Karriere. Sicherlich handelt es sich hier um eine Kämpferin, auf die man in Zukunft ein Auge werfen sollte. In Hamburg spricht allerdings vieles für Evans-Smith: Deutlich mehr Erfahrung, ein volles Trainingscamp und ein Ringer-Hintergrund, den man in der europäischen Szene wohl  eher selten zu Gesicht bekommt.

 

 

Taylor Lapilus vs. Leandro Issa


Der Franzose Taylor Lapilus (10-2) kehrt nach seiner ersten UFC-Niederlage in der Hoffnung nach Deutschland zurück, dort wieder auf die Siegesspur zurückzukehren. Im letzten Jahr konnte der Franzose Lapilus in Berlin das ehemals hochgelobte Talent Ulka Sasaki in beeindruckender Art und Weise wegbomben. In Hamburg trifft er auf den Brasilianer Leandro Issa (13-5), der ebenfalls einen Sieg über Sasaki vorzuweisen hat. Issa ist bisher vor allem als Grappler in Erscheinung getreten, wohingegen Lapilus insbesondere in seinem Kampf in Berlin mit sehr schönem und vielseitigem Striking zu begeistern wusste. Somit sollte uns also eine weitere spannende Ansetzung im Bantamweight erwarten. Lapilus sieht wie ein vielversprechendes Talent aus und strahlt trotz seiner jungen Jahre bereits eine große Routine im Stand aus und weiß dort durch vielseitige Aktionen und schöne Kombinationen zu überzeugen. In Hamburg wird es wohl vor allem auf seine Takedown-Defense ankommen, denn im Stand sollte er die Nase vorne haben.

 

 

Martin Buschkamp vs. Alex Enlund

 

Sehr kurzfristig wurde eine neue Ansetzung für UFC Hamburg bekanntgegeben. Mit dem 25jährigen Martin Buschkamp feiert ein weiterer deutscher Kämpfer sein UFC-Debüt. Buschkamp ist bisher unbesiegt mit zehn Siegen und gilt als großes Talent. Er konnte bisher vor allem durch sein Grappling überzeugen und den Großteil seiner Siege vorzeitig per Aufgabe erzielen. Buschkamp war auch in namhaften europäischen Ligen wie Cage Warriors erfolgreich. Zuletzt war es etwas ruhiger um Buschkamp geworden, welcher im Juni 2015 zuletzt einen Kampf bestritt. Im Grappling war er auch zuletzt noch aktiv, konnte jedoch auch aufgrund von Verletzungen eine Weile nicht mehr im MMA antreten. Es bleibt also abzuwarten, ob er bei seiner sehr kurzfristig angesetzten Rückkehr mit Ringrost zu kämpfen haben wird.

In Hamburg bekommt er es mit einem Gegner zu tun, der sich in Europa ebenfalls einen Namen gemacht hat – dem 29jährigen Engländer Alex Enlund (14-2). Dieser blickt auf eine erfolgreiche Karriere bei der wohl renommiertesten europäischen Liga Cage Warriors zurück, wo er sich den Titel im Federgewicht sichern konnte. Verloren hat er diesen Titel nie, ist aber seit Ende 2014 nicht mehr bei Cage Warriors angetreten, da die Liga zwischenzeitlich die Pforten geschlossen hatte. Laut der MMA-Seite Tapology, dem feuchten Traum von Statistik-Fans,  ist Enlund der viertbeste Lightweight und drittbeste Featherweight Englands und Irlands. Buschkamp erwartet in Hamburg also eine harte Aufgabe.

Beide Kämpfer spezialisieren sich auf den Bodenkampf und konnten den Großteil ihrer Siege per Submission einfahren. Somit könnte uns in Hamburg also ein spannendes Grappling-Duell auf Augenhöhe erwarten. Für Buschkamp wird es auf jeden Fall eine harte Nummer: Sehr kurzfristig, nach langer Auszeit, auf großer Bühne gegen den wohl besten Gegner seiner Karriere, der zudem über deutlich mehr Erfahrung verfügt. Auf den ersten Blick spricht also vieles für einen Sieg Enlunds, aber man sollte den Tag nicht vor dem Abend loben.

 

Das war es mit den Vorkämpfen. In den nächsten Tagen werden wir zudem noch unser Preview der Hauptkämpfe veröffentlichen. Ihr könnt auch unser Preview hören, was wir am Sonntag veröffentlichen werden. Natürlich werden wir euch über alle weiteren Entwicklungen rund um UFC Hamburg auf dem Laufenden halten und auch vor Ort berichten. Wenn ihr nichts verpassen wollt, dann folgt uns am Besten auf Facebook und insbesondere Twitter.