UFC Berlin Presseschau


UFC Berlin liegt jetzt schon einige Tage hinter uns. Zeit also, eine kleine Presseschau zu veranstalten: Wie hat die Presse über die Veranstaltung berichtet? Gab es überhaupt Reaktionen? Wer stand dabei im Fokus? Letztendlich lässt sich folgendes kurz festhalten: Allzu viel wurde nicht zur Show berichtet, das sollte auch niemanden überraschen. Schließlich gab es im Vorfeld auch nur wenig Berichterstattung, die zudem oft erst wenige Tage vor den Kämpfen so richtig losging.

Viele Seiten, wie etwa die taz oder Focus.de, beließen es dann auch dabei – eiVorberichterstattung, nach der Veranstaltung (bisher) nichts mehr.

 

 

An dieser Stelle geben wir einen kurzen Überblick über die Stimmen zur Show:

 

Unter dem Titel “Stein, Schere, Papier im Käfig” berichtet Zeit Online über die Veranstaltung mit einem sehr positiven Artikel. Wie erwartet steht natürlich Nick Hein im Fokus, darüber hinaus gibt es die üblichen Erklärungen von MMA und dessen Ursprung. Stellenweise kommt die UFC vermutlich sogar zu gut weg: Deutsche MMA-Fans als taktik-begeisterte “Sport-Nerds”, die Maschinenbau studieren? Jeder, der sich mal durch Facebook-Kommentare gewühlt hat, wird hier ins Grübeln kommen. Merkwürdig auch, dass der Hauptkampf und Joanna Jedrzejczyk mit keinem Wort erwähnt werden.

 

Auch in der BZ gibt es einen kurzen Artikel, der nur Nick Heins Kampf erwähnt. Vom Rest der Veranstaltung ist keine Rede.

 

Bei der Berliner Morgenpost wiederholt sich das bekannte Spiel: Ausführlich wird über Nick Hein berichtet, der Hauptkampf wird in zwei Sätzen knapp abgehandelt. Immerhin.

 

Die BILD hat ebenso über Nick Hein berichtet. Der Artikel ist in gewohnter Bild-Manier gehalten, auf eine Verlinkung verzichten wir. Immerhin haben sie es geschafft, den Spitznamen von Hein falsch zu schreiben. Gewohnt starke Arbeit also vom Flaggschiff des deutschen Qualitätsjournalismus. Auch hier dreht sich natürlich alles um Nick Hein, aber auch die restlichen Hauptkämpfe wurden kurz angesprochen. Interessanterweise gibt es zu jedem der Hauptkämpfe kleine Highlight-Clips – die Partnerschaft mit der UFC scheint nach der Übertragung der letztjährigen Veranstaltung aus Berlin also noch nicht ganz eingeschlafen zu sein.

 

Die Süddeutsche Zeitung wartet mit dem kritischen Titel „Ist das Sport?“ auf. Es dürfte jetzt niemanden mehr überraschen, dass sich auch hier alles um Nick Hein dreht. Immerhin wird noch erwähnt, dass es noch weitere Kämpfe gab, unter anderem den Frauenkampf. Dass es dabei um einen Titel ging, wird aus dem Text nicht ersichtlich. Letztendlich ist der Artikel deutlich ausgewogener, als es der reißerische Titel vermuten lässt, und liefert einen interessanten Blick eines „Außenseiters“ auf die Veranstaltung.

 

 

 

Zusammenfassend lässt sich also (leider) festhalten, dass UFC Berlin in der Medienlandschaft keinen allzu großen Eindruck hinterlassen hat. Allerdings war das Echo fast durchgehend positiv, was für die UFC in Deutschland ja auch eher ungewöhnlich ist. Einen richtigen Verriss der UFC konnten wir nirgends finden. Zudem hat die UFC mit Nick Hein offensichtlich einen charismatischen deutschen Kämpfer mit ansprechendem Narrativ hinter sich („Deutschlands härtester (Ex-)Polizist“ etc.), der auch die Presse von sich zu überzeugen weiß.